Nach einem erneut spannenden Match im Rangierungskampf um Platz fünf und sechs in der Swiss Wrestling Challenge League gewann die Ringerriege Hergiswil zu Hause gegen die Wrestling Academy Bern mit 22:17. Damit konnten die Napfringer trotz der 17:21-Auswärtsniederlage von letzter Woche das Duell um Platz fünf knapp für sich entscheiden.
Nachdem die Hergiswiler in der Hinrunde in Bern nicht nur den Kampf, sondern mit Patrick Rölli auch eine wichtige Mannschaftsstütze verloren hatten, war man im Vorfeld gespannt, ob die junge Mannschaft darauf reagieren und den erstrebten fünften Rang trotzdem noch realisieren kann. Dank der soliden Breite des Hergiswiler Kaders konnte man in dieser Saison bisher jeden Ausfall (u.a. sind mit Janis Bernet, Simon Peter und Lino Grossmann drei weitere Stammringer verletzt) kompensieren. Deshalb blieb man in Hergiswil auch vor dem letzten Kampf der Saison zuversichtlich.
Als erstes auf die Matte trat bis 57kg Greco einmal mehr Marco Limacher. Das 14-jährige Nachwuchstalent der Hergiswiler dominierte seinen Gegner Shejai Mustafa wie bereits im in freien Stil ausgetragenem Hinkampf, musste bei seinem Sieg durch technische Überlegenheit dem Gegner jedoch wiederum einen Mannschaftspunkt zugestehen. Deutlich knapper war danach das Duell bis 130kg Freistil zwischen Jacek Adam Fudalej und Carlo Lanfranchi. Der für Hergiswil startende und ebenfalls in der Region Bern wohnhafte Fudalej führte die etwas feinere Klinge und konnte den Kampf schliesslich mit 10:8 Punkten für sich entscheiden. In der Begegnung bis 61kg Freistil waren die Rollen klar verteilt: Auf der einen Seite das 14-jährige Hergiswiler Nachwuchsathlet Joel Burri, und auf der anderen Seite der 37-jährige Ukrainer Serhii Buriatynskyi, welcher diese Saison bisher alle Kämpfe durch Schultersieg oder technische Überlegenheit gewonnen hat. Trotz der Rolle als klarer Aussenseiter machte Burri seine Sache sehr gut und konnte dem Favoriten drei Einzelpunkte abknöpfen und somit einen Mannschaftspunkt ergattern. Bis 97kg Greco sah der Berner Denys Aleksieienko lange Zeit nach dem klaren Sieger aus. In der zweiten Wettkampfhälfte schaltete die Hergiswiler Doppellizenz Noé Oulevey jedoch einen Gang höher und konnte mittels schönen Durchdrehern aus der Bodenlage die Begegnung schlussendlich mit 8:6 Einzelpunkten für sich entscheiden. Im letzten Kampf vor der Pause traf Jonas Schumacher bis 65kg Greco auf Yousuf Rezai. Nach anfänglichem Rückstand konnte Schumacher seine ersten Wertungspunkte erzielen und schaffte es sogleich, den Berner am Boden auf den Schultern zu fixieren. Diese vier Mannschaftspunkte liessen die Hergiswiler Mehrzweckhalle beben und führten zum Pausenstand von 13:7.
Nach der Pause ging es weiter mit der Gewichtsklasse bis 86kg Freistil. Sven Bammert tastete sich behutsam an seinen Gegner Habibullah Ibrahimi heran und kam dann nach einer Serie von Beinschrauben noch in der ersten Kampfhälfte zum 15:0 Sieg durch technische Überlegenheit. Bis 70kg folgte dann eine Begegnung, die es bereits im Hinkampf gegeben hatte. Nachdem der Hergiswiler Marvin Schmidiger im Grecostil gegen Vladslav Moshkin noch Chancenlos war, konnte er im Rückkampf im Freistil acht Einzelpunkte ergattern. Weil Moshkin jedoch doppelt so viele Punkte sammelte, ging das Duell dann doch wieder an den Berner. Bis 80kg Greco kam es dann zum Kampf zwischen Nino Stadelmann und Dominik Rothen. Rothen nutze eine Unachtsamkeit des Hergiswilers und kam mittels Schleuder zum Schultersieg. Damit stand es vor den beiden abschliessenden Duellen bis 75kg im Gesamtscore 18:14 – die Napfringer hatten den Rückstand also aufgeholt und mussten aus den letzten beiden Begegnungen einen Punkt mehr erzielen als die Berner, um sich den fünften Platz zu sichern. Im Duell im Greco-Stil trafen wie im Hinkampf Marcel Kurmann und Sviatoslav Holovchenko aufeinander. Nachdem Kurmann sich in den ersten Sekunden beinahe auf den Schultern wiedergefunden hatte, drehte der Hergiswiler auf und dominierte das Kampfgeschehen. Ohne weitere Schrecksekunde gewann Kurmann den Kampf schliesslich klar mit 11:2 Wertungspunkten und sicherte den Napfringern einen 3:1 Punktesieg. Damit war die Ausgangslage für Martin Grüter im letzten Kampf klar: Er durfte nicht höher als 1:2 verlieren. Gegen Savka Ostap, den er in der Hinrunde in letzter Sekunde knapp bezwingen konnte, konzentrierte sich Grüter deshalb auf die Verteidigungsarbeit. Nach einem intensiven, aber nicht sonderlich aktionsreichen Kampf stand es nach sechs Minuten 1:1. Weil der Berner den letzten Punkt erzielte, gewann er den Kampf mit 2:1 Mannschaftspunkten, was zum Endstand von 22:17 führte.
Nach einer intensiven Saison, in welcher man trotz einem Sieg gegen den diesjährigen Meister Ufhusen und zweimaligem Sieg gegen den letztjährigen Meister Sense die Halbfinals hauchdünn verpasste, konnte die junge Mannschaft der Ringerriege Hergiswil die Saison 2025 nun mit einem Erfolgserlebnis und dem fünften Platz in der diesjährigen Swiss Wrestling Challenge League abschliessen. Nachdem man bei den zahlreichen Hergiswiler Nachwuchstalenten bereits dieses Jahr grosse Fortschritte erkennen konnte, blickt die Hergiswiler Ringerfamilie bereits mit Freude auf die nächste Saison.
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