Versöhnlicher Saisonabschluss

11. November 2024

Die Ringerriege Hergiswil gewinnt nach dem Auswärtssieg von vergangenem Samstag auch den Rückkampf zu Hause gegen den Ring-Club Belp deutlich (25:13) und kann die Saison somit mit einem Erfolgserlebnis beenden. Mit den beiden deutlichen Siegen konnte man den Abstieg in die 1. Liga verhindern und die Saison auf Schlussrang 7 beenden. 

Dass die Hergiswiler Ringer motiviert waren und trotz des hohen Vorsprungs aus dem Hinkampf (26:12) auch zu Hause auf den Sieg aus waren, zeigten sie von Beginn weg. Bis 57kg Greco liess Nachwuchstalent Janis Bernet seinem Gegner Khaluddin Zakhili keine Chance und siegte mittels technischer Überlegenheit. Auch im darauffolgenden Kampf bis 130kg Freistil zeigte Adrian Kronenberg einen starken Kampf und brachte seinen kräftigen Gegner Remy Jobin an den Rand einer Niederlage. Doch Jobin schaffte in letzter Sekunde den Ausgleich zum 6:6, womit dieser Kampf mit 1:2 Mannschaftspunkten an den RC Belp ging. Bis 61kg Freistil traf der 17-jährige Jonas Schumacher auf den beinahe 40 Jahre älteren Roland Ruch, den er vor wenigen Wochen in der Gruppenphase noch knapp verlor. Dieses Mal ging Schumacher von Anfang an in die Offensive, dominierte den Kampf und gewann schliesslich verdient durch technische Überlegenheit. Im Anschluss trat wieder einmal Coach Pascal Grüter bis 97kg auf die Matte und lieferte sich mit Levin Marending einen ausgeglichenen Kampf, den er schlussendlich mit 6:3 zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Im letzten Duell vor der Pause bis 65kg Greco traf Patrick Rölli auf Stefan Weber. Rölli war zwar über den gesamten Kampf hinweg der aktivere Ringer, musste sich jedoch aufgrund eines Konters, der dem Belper gleich zu Beginn des Kampfes vier Punkte einbrachte, knapp mit 3:5 geschlagen geben. Somit stand es zur Pause 12:6 für Hergiswil.

Nach der Pause kam es bis 86kg erneut zum Duell zwischen Silvan Aregger und Jacek Fudalej. Nachdem er bereits im Hinkampf im Greco-Stil deutlich verloren hatte, konnte Aregger dem körperlich überlegenen Belper auch im Freistil nichts entgegenhalten und verlor mit 0:4 Mannschaftspunkten. Bis 70kg trat danach Team-Captain David Wisler das letzte Mal für die Ringerriege Hergiswil auf die Matte. Dass Freistil nicht unbedingt seine Paradedisziplin ist, konnte er auch in seinem Abschiedskampf nicht verstecken. Trotzdem holte Wisler mit der 2:7 Punkteniederlage und einem beherzten Auftritt nochmals einen wichtigen Mannschaftspunkt für seine Farben. Bis 80kg Greco zeigte Martin Grüter gegen Julian Vigh wieder einmal einen äusserst starken Kampf. Kontrolliert punktete Grüter Mal für Mal und gewann schlussendlich mit 15:0 Punkten. Damit war der Abstieg nun auch rechnerisch definitiv vom Tisch und die beiden letzten Athleten der Hergiswiler konnten befreit antreten. Bis 75kg Greco zeigte Marcel Kurmann  seine technische Klasse. Nachdem sich sein Gegner Joel Käser zuerst aus brenzliger Lage am Boden befreien konnte, ging der Kampf von Stand weiter, wo Kurmann zu einer herrlichen Schleuder ansetze und sich schlussendlich doch noch den Schultersieg sichern konnte. Im letzten Kampf des Abends zeigte sich Lino Grossmann bis 75kg Freistil ebenfalls als technisch versiert. Mittels Beinangriffen und -schrauben punktete er seinen Gegner bereits nach kurzer Wettkampfdauer aus und sicherte den Napfringern weitere vier Mannschaftspunkte zum Schlussresultat von 25:13.

Durch die beiden Siege im Abstiegsduell konnte die etwas verunglückte Saison, in der man zuerst die Halbfinals und danach auch den Kampf um Platz fünf jeweils nur knapp verpasst hatte, doch noch versöhnlich abgeschlossen werden. Dass die Mannschaft das Potential für eine bessere Rangierung hat, zeigen der Sieg gegen den Meister aus Sense sowie das Unentschieden gegen das viertplatzierte Tuggen. Dass man aus dieser Saison nicht das Optimum herausholen und in den entscheidenden Kämpfen gegen Tuggen und Bern nicht reüssieren konnte, lag einerseits am eigenen Unvermögen bzw. unglücklichen Kämpfen, in denen man das Momentum nicht auf die eigene Seite ziehen konnte, andererseits aber auch an den Doppellizenzen dieser beiden Teams. So konnten Tuggen und Bern in den wegweisenden Duellen auf die Unterstützung starker Nachwuchsringer der RC Willisau-Lions zählen, während die RR Hergiswil primär auf eigene Kräfte setzte. Es zeigte sich einmal mehr, dass diese Doppellizenzen ein zweischneidiges Schwert sind: Dass die jungen Talente durch diese Einsätze wichtige Erfahrungen sammeln können, steht ausser Frage. Man kann jedoch auch nicht von der Hand weisen, dass damit der Verlauf der zweithöchsten Liga massgeblich beeinflusst wird.

Fotos: https://www.rrhergiswil.ch/portfolio/rr-hergiswil-rc-belp-2/

Ergebnisse: https://swisswrestling.ch/swiss-wrestling-league/begegnungen/mmk_detail/85195/

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