Noch ein Sieg bis zum Final: Am Samstag haben es die Hergiswiler Ringer gegen Kriessern in den eigenen Händen, sich für den Endkampf gegen Willisau zu qualifizieren.
Die Begegnung zwischen Hergiswil und Kriessern am Samstag entscheidet darüber, ob es an den folgenden beiden Wochenenden zum NLA-Final Willisau–Hergiswil kommt. Für die Napfringer ist es also ein enorm wichtiger Kampf. Gewinnen sie, sind sie zum zweiten Mal in Folge im Final mit dabei. Für die junge und vergleichsweise kleine Mannschaft wäre das ein grosser Erfolg. «Daran denken wir diese Woche aber nicht», sagt RRH-Ringer Raphi Kaufmann. Sein Team wisse, worum es gegen Kriessern gehe. «Diese Begegnung ist für uns bereits der erste Finalkampf. Unsere Konzentration ist voll auf diesen Kampf gerichtet – und nur auf diesen.»
Nervös seien sie aber trotz der Wichtigkeit dieser Begegnung nicht, sagt Kaufmann, der vor einem Monat seinen 20. Geburtstag feierte. «Wir verspüren eher eine positive Anspannung.» Angst müssten sie schliesslich keine haben. «Wir wissen, dass wir ein starkes Team sind und gut ringen können.» Die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen, sei nicht vorhanden. «Wir wissen, wie stark Kriessern sein kann. Die Ostschweizer sind ein unangenehmer Gegner, da sie auf denselben Positionen starke Leute haben, wie wir.»
Der Kämpfer und Teamplayer
Die Hergiswiler Ringer haben in diesem Jahr – mit Ausnahme des Auswärtsmatches gegen Willisau, bei dem sie mit einem geschwächten Team antraten – bisher eine starke Leistung gezeigt. Raphi Kaufmann selbst hatte einen harzigen Start in die Saison. Die Maturaprüfungen im Sommer verhinderten eine optimale Vorbereitung. Danach kam die Rekrutenschule. Dazu kam, dass er während der Saison immer wieder schwierige Aufgaben zu erfüllen hatte. So musste der Freistilspezialist mehrmals in der Gewichtsklasse bis 84 Kilogramm oder in der Stilart Greco antreten. Eine gute Leistung zeigte der Doppel-Junioren-Schweizer-Meister dabei aber immer. Doch zu Siegen reichte es ihm bislang nur in seiner Paradedisziplin, Freistil bis 74 Kilogramm. Sein erster Saisonsieg gelang ihm aber ausgerechnet gegen den Freiämter Ivan Kron, den Vizemeister bei den Aktiven. Ein klares Zeichen an seine Gegner, dass mit ihm immer zu rechnen ist.
Dass Raphi Kaufmann jederzeit bereit ist, in für ihn ungewohnten Stilarten und Gewichtsklassen anzutreten, zeigt wie wichtig er für sein Team ist. Kaufmann, der im kommenden Herbst ein Primarlehrstudium beginnen will, ist ein vorbildlicher Kämpfer und Teamplayer. «Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft», sagt er ganz selbstverständlich.
In welcher Gewichtsklasse und welcher Stilart Kaufmann am Samstag antritt, will er nicht verraten. In der Vorrunde traf er in seiner bevorzugten Kategorie Freistil bis 74 Kilogramm auf Andreas Heeb – und verlor ganz knapp. Morgen wird er alles daran setzen, seine Saisonbilanz aufzubessern – und seinen Beitrag zur Hergiswiler Finalqualifikation zu leisten.




